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Ausgabe #2/20

Ausgabe #1/20

Von Schrundenhobeln und Weber-Grills

Glück auf und frohes Neues, liebe Harleyfreunde! Merkste was? Die Tage werden wieder länger! Zwar langsam…aber läuft! Jetzt wo Weihnachten und Neujahr rum is, iset bis zum Frühling nur noch n Klacks. Wie Bolle freu ich mich auf geiles Wetter und Karre fahn! Meine olle Geezer Glide hat schon frisches Öl im Powertrain und frische Luft inne Reifen. Auf der Suche nach der einen oder anderen Ergänzung kram ich schomma in den Kleinanzeigen oder guck sonst noch so im Netz rum, ob und wat es schönes oder brauchbares Gerümpel für meinen Ofen gibt.

Da gibt’s ja bisweilen massig Zeug zu kaufen und es wird Ramsch angeboten, der mir die Sinne raubt. Ich kann ganich glauben, wie viele Menschen diesen ganzen AliBaba- und Wish-Schrott zu Mondpreisen anbieten. Selbst hab ich berufsbedingt und damit konsequenterweise hin und wieder mit solchen Dingen zu tun. Somit is mir nich entgangen, dass zum Beispiel immer mehr banale Scheinwerfer aus Fernost den Weg nach Deutschland finden, die augenscheinlich brauchbar und mit unter 100 Oiro erschwinglich sind. Diese werden dann für richtig Kies hier feilgeboten und sind nüchtern betrachtet nich erlaubt. Auch oder grade weil nur ne DOT Nummer dran steht, könnte die Inbetriebnahme derselben zu mächtig Ärger führen. Mir ist ein Fall persönlich bekannt, in dem deshalb die Karre still gelegt wurde.

Oh, nee…das is jetz nich der moralische Zeigefinger! Auch keine Moralpredigt über die Notwendigkeit der Verwendung TÜV geprüfter Ersatzteile zur sicheren Inbetriebnahme derselben im öffentlichen Strassenverkehr. Darauf will ich nich hinaus, denn viel zu geil klingen manche Schalldämpfer, die ihrem Namen nicht gerecht werden. …wat ich sagen will, is: Kuck, watte kaufst!! Denn nich selten is dat Geheule groß, wenn raus kommt dat man Murks gekauft hat. Weitere Beispiele dafür gibt’s reichlich…

Speichenräder aus dem Tecklenburger Land kosten n Haufen Zaster. Diese Erkenntnis is nich neu. Es gibt aber auch Speichenräder aus Mexico, die sehn genauso aus. Jedenfalls für den Moment und auf den Bildern. Diese Räder kosten n Bruchteil derer aus dem Tecklenburger Land und wer wirklich denkt, das seien die gleichen Wheels und die deutschen Räder hätten „nur“ TÜV, der wird schnell lernen, das Mexico und Deutschland nicht die gleichen Fertigungsstandards haben. Denn nach einer nicht sehr langen Zeit sehen die Aztekenfelgen kein bißchen mehr so aus wie auf den Bildern, sondern eher wie Grabmale der Ahnen derer, die sie gefertigt haben.

Nicht nur bei Customparts, sondern auch bei Motorteilen muss man echt genau hingucken. Ich hab mal n neues (!) NoName Motorgehäuse für n Shovel inne Hand gehabt. Ollen, dat sah aus als hättense dat mit nem Hammer aus der Gussform getrieben. Oder es entstand schon beim Urknall und taumlte und kollidierte Jahrmilliarden mit und um andere Planeten. Dazu fällt mir eine alte Geschichte von mir ein, mit Shovelkurbelwellen und schwarzen Löchern und so…zu gegebener Zeit werde ich mich mit diesen Theorien näher befassen.

Neulich hab ich noch n echt schicken Handbremshebel aus China anne Sportster gehabt. Mein nicht schmächtig anmutender Buddy von drahtiger Statur hat im Stand ne Vollbremsung simuliert.

Knack, bricht dat ab dat Ding…

Ich kann mir nur vorstellen wie man sich fühlt, wenn das 30 Meter vor nem stehenden Traktor passiert. So bei 70 km/h… quasi 19,44 Meter in 1 Sekunde. Da brauchtse gut 20 Meter zum reagieren und hast noch 10 zum Ausweichen. Hoffentlich is dann wenigstens die Rücktrittbremse besser verarbeitet.

Ich selbst ärger mich auch, wenn ich Scheiße gekauft habe. Et gibt ja Sachen, die kauf auch ich as-cheap-as-possible (ACAP quasi). Spül- und Klobürsten, Staubsaugerbeutel, Sprit und derlei anderer Kram, der ja doch irgendwie nötig is. Für Werkzeug geb ich allerdings Geld aus. Nich nur für die Werkstatt, auch für die Kosmetik! Schließlich soll man sich auch mal Gutes tun. Ich hatte mal so n elektrischen Schrundenhobel vom Kodi, dat blöde Ding ging nich ordentlich. Hab ich umgetauscht und gemerkt…die sind einfach so blöd gebaut. Und warum? Weil sie nix kosten sollen. Dat blöde Ding hab ich aufgemacht und es waren 4 AAA Batterien drin. Weißt schon, die ganz kleinen wie die aus der Fernbedienung. Minderwertige Rotze, für zarte Cinderella-Fersen geeignet, aber nich für apokalyptische Schrauberhacken mit einem Hauch geriebener Parmesan! Da musste schnell n amtlicher Schrundenhobel her! Jetzt hab ich einen mit ner 9 Volt Block Batterie, seitdem lauf ich wie auf Wolken. Ich schätze, ich könnte sogar das Messer von meinem Rasenmäher damit schleifen. Naja, der war zwar nich ganz billig, aber wer Qualität kauft, heult nur einmal. Nämlich beim bezahlen…

Ich finde aber, man muss schon n ausgewogenes Verhältnis haben. Es muss ja nich immer das Beste vom Besten sein. Wer hin und wieder mal Spiegel anne Karre schraubt, der muss keinen Knarrenkasten für 450 Oiro haben…dat wär natürlich Kokolores. Wat nicht minder Kokolores is, is wenn einer n Webergrill hat und die schändliche Wurst ausm Discounter darauf grillt. Letztlich mag jeder seine Kröten ausgeben, wofür er will. Grundsätzlich aber gilt: Wat nix kost, is auch nix… so sagen wir hier bei uns. Außerdem hat man viel länger Spass, wenn man guten Kram gekauft hat. Die Kunst iset eben, den Unterschied zwischen billig und preiswert zu erkennen. Manche Dinge sind eben ihren Preis wert. So, ich mach los jetz, ich hab noch Fußmassage.

In diesem Sinne, besser dich!

Ride On!

Euer Evoluzzer

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