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40 Jahre Zahnriemen

Insolvenz vom Huber Verlag

Update: 29.06.2020

Licht aus, Spot an! Update: 29.06.20

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Wir haben seit der Meldung im Februar mitgezittert, aber jetzt ist es offiziell : Der Huber-Verlag konnte im Zuge seines Insolvenzverfahrens nicht erfolgreich saniert werden und findet damit im Juli 2020 nach 40 jähriger Geschichte ein trauriges Ende.

Bis zuletzt hofften Verlag & Mitarbeiter leider vergeblich auf einen solventen Käufer, der die Zukunft von Custombike Show & Magazin, sowie Dream Machines, Bikers News, Tätowier Magazin oder Tattoo Erotica sichern kann.

Gerade im Beginn des neuen Jahrtausend hat die Custombike frischen Wind in die Szene gebracht. Das Thunderbike Team um Andreas konnte zahlreiche Cover und Beiträge für die Huber-Magazine beisteuern und wir blicken stolz auf eine jahrelange enge Partnerschaft.

Zahlreiche gemeinsame Bike Shows wurden ausgerichtet und viele Feste gefeiert. Die Chemie stimmte bis heute stets zwischen dem Verlags Mitarbeitern und uns – Biker for Life eben.

Hoffen wir auf baldige gute Neuigkeiten zur Weiterführung der Custombike Messe in Bad Salzuflen und darauf das die Huber Redakteure ihr geballtes Fachwissen weiter  in den Dienst der Szene stellen können.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die schöne gemeinsame Zeit und euren Mut sowie vorbildliches Engagement.

Den Mitarbeitern des Huber-Verlags alles Gute für die kommende Zeit.

Ride on!

Der wankende Szene Riese - 10.02.20

Am Samstag hat uns die erschütternde Nachricht erreicht, dass der Huber-Verlag am 4. Februar 2020 Insolvenz angemeldet hat. Der Betrieb läuft regulär weiter und die Magazine werden wie geplant erscheinen.

Der Verlag feiert in diesem Jahr sein vierzigjähriges Bestehen und hat seither die Motorrad Custom Szene grundlegend geprägt. Betroffen sind 50 festangestellte, sowie rund 100 freie Mitarbeiter.

Zum Angebot des Mannheimer Verlags zählen die Magazine Bikers News (1980), Custombike (1991, vormals Bikers Life), Dream Machines (1998), Tätowier Magazin(1994) und Tattoo Erotica (2005), sowie der hauseigne Szene-Shop.

Außerdem sind sie Veranstalter der weltbekannten Custombike Show in Bad Salzuflen, die als wichtigste europäische Messe für umgebaute Motorräder gilt.

Der Betrieb soll laut Huber Verlag wie bisher weiterlaufen und die Löhne der Mitarbeiter sind bis Ende April über das Insolvenzgeld gesichert.

Aktuell hat der Mannheimer Rechtsanwalt Tobias Wahl von der Kanzlei anchor die vorläufige Insolvenzverwaltung übernommen. Die Fortführung und Sanierung des Unternehmens wird angestrebt, so dass bereits Gespräche mit Banken, Gläubigern und den dringend benötigten Investoren laufen. Ziel sei der Verkauf an einen neuen Investor im Rahmen einer übertragenden Sanierung und damit „der Erhalt des Verlags als Hort für Kreativität und Szenedenken sowie möglichst vieler Arbeitsplätze“ […] „Es gibt eine große und treue Fangemeinde und daher auch einen entsprechenden Bedarf an den Produkten und Leistungen des Huber Verlags“, sagt Wahl.

Uns bei Thunderbike trifft die Meldung sehr, da wir eine persönliche Freundschaft zu vielen Mitarbeitern des Huber Verlages pflegen und mit ihnen zittern. Wir hatten in den letzten Jahren unzählige Veröffentlichungen unserer Bikes in den „Huber Magazinen“, sind regelmäßige Werbepartner und natürlich einer der großen Aussteller auf der Custombike Show.

Update: Verlagsgründer Günther „Fips“ Brecht äußerte sich heute im Blog von Harleysite optimistisch: „Die Bikers News wird es weiter geben, weil wir da viele treue Abonnenten haben […] Wir setzen alles daran dieses Magazin zu retten und es sieht nicht schlecht aus!“

Die Lippischen Landes-Zeitung berichtete am 10.2.20 : „Das Messezentrum Bad Salzuflen führt aber bereits Gespräche über die Fortführung.“

Andreas Reibchen, nicht nur Geschäftsführer des Messezentrums Bad Salzuflen, sondern auch bei Harley-Davidson Bielefeld und langjähriger Thunderbike Dealer zeigte sich gegenüber der LZ optimistisch: „Wir sind an dem Thema dran und führen entsprechende Gespräche. Es muss und es wird weiter gehen mit der Custombike.“ Was sich sich im Detail dahinter verbirgt, wollten wir natürlich rausfinden und haben mit Andreas gesprochen. Er konnte uns bestätigen, dass es in Bad Salzuflen weiter geht und der Fortbestand der Messe mit allen Mitteln gesichert wird. Auch bei der Sanierung vom Huber Verlag sind alle Beteiligten sehr optimistisch, wie uns Insolvenzverwalter Tobias Wahl soeben telefonisch bestätigen konnte. Er arbeitet seit Freitag mit Hochdruck an der Optimierung aller Prozesse im Verlag. Gute Nachrichten also für unseren #1 Biker-Verlag in Deutschland.

Gründe für die Insolvenz?

Der in der gesamten Branche merkliche Rückgang im Anzeigengeschäft hat auch dem Huber Verlag zugesetzt. Weltweit hat es schon zahlreiche bekannte Magazine wie Easyriders USA, Hot Bike, Wild Motorcycles und viele mehr erwischt, doch wie man am Beispiel von Easyriders sieht, gibt es auch Hoffnung. Dort wurde ein Investor gefunden, der nicht nur Geld sondern auch viele neue Ideen eingebracht hat, um einen erfolgversprechenden Neustart zu wagen.

Huber Geschäftsführer Nico Imhof hatte mit digitalen Angeboten wie der Ausspielung über den Dienst Readly, Magazin-Apps, einer Stockphoto-Internetseite zum Verkauf von Fotos, sowie leichten Preiserhöhungen auf die finanzielle Schieflage reagiert und gleichzeitig versucht die Ausgaben zu senken. In diesem Jahr ist eine weitere Messe, die Tattoomea in München geplant, die neben der Custombike Show und den neuen Summer Days für Einnahmen sorgen soll. Trotz des schnell wachsenden Umsatzes bei den digitalen Produkten konnten die Kosten noch nicht aufgefangen werden, so dass der Huber Verlag letztlich gezwungen war, einen Insolvenzantrag zu stellen.

Als Fazit würde man im Rheinland sagen :„Et hätt noch emmer joot jejange“ – wir sind optimistisch gestimmt und wünschen den Kollegen beim Huber Verlag viel Erfolg bei der Investorensuche.

Nachtrag 14.2.20

Heute erreichte uns als Werbekunde ein Rundschreiben vom Huber Verlag, der unsere bisherigen Vermutungen bestätigt. Zitat:Wir arbeiten nun zusammen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter an einer Lösung, die einen nachhaltigen Fortbestand des Unternehmens ermöglicht. […] Trotz des Insolvenzantrags geht der Geschäftsbetrieb und insbesondere die Herstellung der Zeitschriften uneingeschränkt weiter, der Onlinehandel läuft regulär und die Veranstaltungen werden wie geplant durchgeführt.[/Zitat Ende] Wir drücken weiter die Daumen und bleiben natürlich sowohl der Custombike Messe als auch den Magazinen treu.

Nachtrag 17.2.20 Der Huber Verlag hat sich abschließend im Custombike Blog direkt bei seinen Lesern zu Wort gemeldet und die oben genannten Details bestätigt.

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