Andreas‘ M. Personal

Painttless

customized Thunderbike Show Bike

Andreas' Story Behind

Wir haben unzählige Bikes gebaut – aber dies ist mit weitem Abstand das aufwendigste und kompromissloseste ThunderBIKE. Dieses Bike hat hier so viel bewegt!

Dieses Bike ist unfassbar. Das begriff ich erst später richtig. In der Phase, wo ein wenig Ruhe eingekehrt war.

Bereits als die ersten Teile vom Vernickeln zurückgekommen waren ist mir bewusst geworden, was wir da gebaut hatten.  

Es ist die Summe der Dinge: Jedes noch so kleine Detail ist für sich ein absolutes Highlight. Ich habe viele Bikes geplant, Listen erstellt, Skizzen gemacht und Teile koordiniert. Ich habe mal versucht durch zu zählen, es ist unglaublich.

Nichts von dem, was an diesem Bike zu finden ist, hat es schon einmal gegeben. 

Rahmen, Motor, Schwinge,  Gabel, Zündung, Bremse, Höcker, Tank, Verkleidung, Ölkühler, Lenkungsdämpfer und Lenker sind nicht nur in ihrer Form sondern vor allem in ihrer Funktion neu und anders.

Es ist die Kunst der Technik – der Pioniergeist – etwas nicht nur neu zu gestalten sondern auch gleichzeitig die Funktionsabläufe neu zu kreieren. 

Als wir beschlossen haben, ein Bike für die AMD Show zu bauen, war klar: es muss das Beste werden, das wir jemals gebaut haben. Dabei ist der Name Programm: keine Farbe, kein Lack, kein Pulver,  kein Spachtel, kein Zinn! Nur, wer mal was zum Verchromen gebracht hat, weiß was gemeint ist. Die Vorarbeit musste perfekt sein!!

Zudem sollte alles an dem Bike außergewöhnlich sein. Kein Teil aus irgendeinem Regal oder Katalog. Wie die Pioniere des frühen Renngeschehens schon sagten: Du brauchst eine Lösung also (er)finde eine. So sind nach und nach alle Bauteile entstanden. 

Shooting: Dirk „the Pixeleye“ Behlau

"Ich konnte es kaum erwarten, das Bike fertig zu sehen."

Das Making Of

Ein echter Old School Racer sollte es werden. Das Thema hatte uns schon beim King Kerosin Bike begeistert. Da kam eine gebrauchte Iron gerade recht. 

Zuerst haben wir dem Ironhead Motor das Getriebe abgeschnitten und ein WLA Getriebe dahinter gestellt. Aus den ersten Skizzen wurde eine Blech- Silhouette abgeleitet, ein paar Räder dazugestellt und so die groben Proportionen festgelegt. 

Die Zündanlage hatte ich bei E-Bay gefunden: Ein Bosch Magneto von 1928! 

Dieses Ding musste vor dem Motor thronen – so wie bei fast allen legendären Rennmaschinen.

Dann ging es an den Rahmen. Der Blechschuh für Motor und Getriebe kombiniert mit dem Rohrüberzug brachte den nötigen Racing Charakter in das Bike.

Nachdem wir so gestartet sind, bot sich auch für die Schwinge eine Kombi aus Flachstahl und Rohr an. Die ersten Löcher wurden gebohrt ……

Da wir einen freistehenden Höcker wollten, mussten wir eine andere Art der Schwingenumlenkung finden. Seitlich unterm Höcker angeordnete Stoßdämpfer  passten da perfekt. 

  • Besitzer Thunderbike
  • Modell PainTTless
  • Baujahr 2012
  • Bauzeit 8 Monate
  • Motor Harley-Davidson Sportster Iron Head 1984
  • Hubraum 998
  • Vergaser Amal Monoblock
  • Zündung Robert Bosch
  • Krümmer Thunderbike
  • Getriebe 750 WLA
  • Primär 750 WLA
  • Sekundär Thunderbike
  • Lackierung Ingo Kruse Kruse Design
  • Nickel A. Kruse Metallveredelung
  • Eloxal Fischer Oberflächentechnik
  • Gleitschleifen BEWICO Oberflächenveredelung
  • Rahmen Thunderbike
  • Lenkkopfneigung 36°
  • Schwinge Thunderbike
  • Benzintank Thunderbike
  • Öltank Thunderbike
  • Griffe Thunderbike
  • Bremszylinder K-Tech
  • Fußrastenanlage Thunderbike
  • Elektrik Thunderbike
  • Tacho Motogadget
  • Sitzpolster Warmsbach
  • Gabel Thunderbike
  • Vorderrad Thunderbike 2.25×19
  • Reifen vorne Avon Roadrunner
  • Bremse Thunderbike / Honda
  • Hinterrad Thunderbike 3.0×19
  • Reifen hinten Heidenau 4.0×19
  • Bremszange Thunderbike / Honda

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Höcker und Tank wurden zuerst mit Sperrholz und Pappe in Form gebracht. Dabei dienten die Blechsilhouette und die ersten Skizzen als Orientierungshilfe. 

Gleichzeitig wurden Räder und Gabelbrücken aus Aluklötzen und die endgültige Tankform aus Kunststoff gefräst sowie ein Auspuffmodell gebogen und eine Rastenhalter Modell gebaut. Der erste Schwingen-Überzug aus Rohr musste einer gebohrten Flachstahlvariante weichen…..ach ja……… und die Gabel der etwas anderen Art, eine Kombi aus Springer und Telegabel mit zwei Federbeinen, wurde zu einem echten Prachtstück und funktioniert sehr gut. Mit gekürzten Federn einer Street Bob Gabel  kombiniert mit zwei Fahrraddämpfern bietet das Bike ein sauberes Ansprechverhalten mit passendem Negativweg…..Volltreffer!

Das sah alles bereits schon gut aus. Wir lagen gut im Zeitplan. Das Beste gegen dieses Gefühl ist übrigens eine Liste anzufertigen, die mit allen unfertigen Arbeiten bestückt ist. Dabei aber überkommt einen wieder das „das schaffen wir niemals“ Gefühl. 

Nachdem Fahrwerk und der Motor grob standen, ging es an die Funktionen Bremsen, Kuppeln, Schalten, Choke, Zündversteller, Gas, Rasten, Hebel, Umlenkungen, Gestänge, Züge und vieles mehr. Eben alle Bedienungselemente.  

Apropos Zündung. Der Weg dahin war sehr steinig. Die Lima weg und den Zünder hin: Das  hört sich einfach an, jedoch passt die Übersetzung natürlich nicht. Die Zündung muss 1:1 mit der Kurbelwelle drehen, was bedeutet, dass die passenden Ritzel angefertigt werden und die Lagersitze neu angeordnet werden mussten. Bei der Gelegenheit muss man auch gleich einen neuen Nockenwellendeckel fräsen, denn der Alte passt auch nicht mehr. Eine drehend gelagerte Befestigung braucht der Magneto auch, damit man ihn nachher noch einstellen kann.

Eines meiner Lieblingsteile der Höcker/Ölkühler/Öltank alles zusammen in einem Teil.

Aus einem Aluklotz gefräst übersäht mit Kühlrippen. Ölschauglas an der Seite Einfüllstutzen oben und eingelassenen Ölleitungen ……total verschärft 

Der Höcker bekommt als erstes sein Blechkleid dann geht’s mit dem Tank los dieses Bauteil ist schon schwieriger. Vor allem weil ja nachher alles „paintless“ sein soll, somit muss die Oberfläche absolut clean sein ohne die kleinste Delle. Dazu dient als Formklotz der gefräste Kunststofftank. Stundenlanges vorsichtiges Hämmern und Schweißen vergehen ……..das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Das schwierigste an diesem Projekt ist aber die Verkleidung. Das gleiche Spiel wie mit dem Tank nur noch viiieeeel aufwendiger.  Erst ein Kunststoffmodell fräsen und dann  das Blech knitterfrei drum herum klopfen. Mit einem Lufthammer wird das Blech an den Rundungen extrem gestreckt und so Millimeterweise in Form gebracht  an einigen Stellen  muss das Blech dann eingeschnitten werden  und wieder sauber verschweißt und so weiter ……….

Abschließend einen Abzug aus Kohlefaser um den genauen Ausschnitt für die Gabel festzulegen. 

Zum Motor – Wenn schon einen Bosch Magneto, dann auch Amal Vergaser und zwar sogar ZWEI! Das muss irgendwie möglich sein. Nicht ganz einfach …… man nimmt einen zweiten hinteren Zylinderkopf, dreht ihn um 180° und verbaut ihn vorne. Die Nebenwirkungen sind dabei aber nicht ganz ohne. Neue Ölbohrungen müssen in den Zylinder gesetzt werden, Stößelführungen neu gefräst werden und die Rockerboxen mussten umgearbeitet werden. 

Bei der Gelegenheit können auch gleich die unteren Kühlrippen abgedreht und die Rockerboxen geteilt werden. Das bringt den echten Old School Look. Für die Primärseite gibt es dann auch einen neuen Deckel mit einstellbarem Kettenspanner und ein neues Ritzel für die Kurbelwelle mit Sportyschaft und WLA Duplex-Kettenteilung. Ach ja, und schicke neue Stößelrohre und außenliegende Messingleitungen für die Kipphebelschmierung sowie verrippte Ansaugstutzen gibt s natürlich auch.

Riesige, belüftete Bremstrommeln (die innen aber Bremsscheiben haben) sind genau das Richtige für dieses Projekt. Die Bremsscheiben und Sättel dazu gab es bei E-Bay  (Hondateile aus den 80er Jahren), die „Trommeln“ mit passenden Kühlrippen haben wir passend zu unseren Räder gefräst.

Es sind die vielen technischen Lösungen, die dieses Bike ausmachen. Jetzt, wo die ersten Sachen vom Vernickeln, Eloxieren und Gleitschleifen zurück sind, sieht man erst den Umfang der Teile, die wir in den letzten 8 Monaten für dieses Bike gebaut haben. Es ist unglaublich!

Allein die Ansteuerung der Vergaser, die Kulissen für Schaltung, Luftkolben und Zündung, die Kupplungsbetätigung, der Ausschalter …!!, der Drehzahlmesser, der Verkleidungshalter kombiniert mit dem Lenkungsdämpfer, die Bremsumlenkung vorn sowie hinten, die Bremsankerstreben, die Lufteinlasser am Höcker..!! der Defuser, die Verlegung vom Gaszug, der Bremshebel, Kupplungshebel, die Bremsankerstreben, die Stößelstangen, die verstellbaren Rasten, Kupplungs- und Bremspedal, die Kupplungsabdeckung, der Primär- Kettenspanner, der Auspuff…!!!